Zehn Jahre nach der Gründung des TV Gladbeck 1912 e. V. hoben die beiden Mitglieder Rudolf Kloß als damaliger Bezirksspielwart und Cyprian (Cyp) Fladung als erster Obmann den Handballsport in Gladbeck aus der Taufe. Als ersten Erfolg meldeten die Handballer des TV 1912 im Jahre 1925 den Aufstieg in die Kreisklasse, der damals höchsten Klasse im Turnkreis Westfalen. 1927 wurde der Titel eines Gaumeisters im Münsterländer Turngau errungen, jedoch ging das Entscheidungsspiel gegen den Meister des Emscher-Ruhr-Gaues, TKL Wanne, verloren. Im Jahre 1928 drehten die Gladbecker den Spieß herum. Sie schlugen die Wanner Mannschaft und nahmen erstmals an den Westfalenmeisterschaften teil. 1930 gelang es unserem damaligen Team sogar, Gaugruppenleiter zu werden und wiederum einen guten Platz in der Westfalenmeisterschaft zu belegen. Höhepunkt jener Zeit aber war 1931 der Sieg über den mehrfachen Westfalenmeister Jahn Minden. Unseren älteren Mitgliedern werden sicher noch Namen wie Nibios, Witthölter, Nentwig, Treffner, Deutschmann und Barnack als Begleiter in Erinnerung sein. Diese Mannschaft holte sich in den dreißiger Jahren manchen Titel ehe sich der Schwerpunkt des Handballsports in unserem Kreis nach Recklinghausen verlagerte und der Krieg den geregelten Spielbetrieb unterbrach. Franz Fabri war es dann, der 1946 zusammen mit Theo Treffner die Heimkehrer sammelte und dafür sorgte, daß der Turnverein 1912 schon an der Meisterschaftsspielzeit 1946/47 teilnehmen konnte. Franz Fabri, selbst ehemaliger Spieler und noch dem Kriege jahrelanger Schiedsrichter, leitete die Abteilung von 1946 bis 1958. Die Handballer spielten 1949/50 zusammen mit den Bottroper Vereinen im Niederrheinischen Ruhrbezirk, danach aber wieder im Westfälischen Verband. 1953 erreichte die Mannschaft erstmals die Landesliga, wurde 1954 jedoch durch Abstieg und Neueinteilung der Klassen in die Kreisklasse eingestuft.
I. Mannschaft 1954 (Feldhandball) von links nach rechts: Heinz Kraus, Heinz Baßmann, Rudolf Fechtner, Albert Wielinski, Heinz Ivens, Jochen Hinz, Fredi Thamm, Willi Althoff, Helmut Glowatz, Günter Döhler, Willi West.
1959 schafften die Handballer unter Leitung von Franz Schumacher als Nachfolger von Franz Fabri den Aufstieg in die Bezirksklasse. 1961 übernahm Hans-Jörg Gründer als Handballobmann die Abteilung, dessen Initiative wir die Verbindung zu dem uns befreundeten Handballclub BSG Chemie Piesteritz (Lutherstadt Wittenberg) verdanken. Ostern 1960, Dezember 1960 und Pfingsten 1961 wurden von allen Beteiligten unvergessene Fahrten nach Wittenberg gemacht. Ostern 1961 weilte die BSG Chemie Piesteritz zu einem Gegenbesuch in Gladbeck. Nach zweijähriger Zugehörigkeit zur Bezirksklasse unter Trainer Hans Loebb fehlte uns 1962 zum Sprung in die Landesliga nur ein Sieg über den STV Horst-Emscher, der uns jedoch leider versagt blieb. Vor 400 Zuschauern auf dem Jahnplatz unterlagen wir mit 8:10 Toren und mußten unsere Hoffnungen zurückstellen und dem siegreichen Gegner den Aufstieg überlassen.
A-Jugend 1962 Arno Maultzsch, Wolfgang Brockelt, Werner Guder, Walter Nienhaus, Jürgen Bial, Hagen Flebig, Karl-Heinz Putzka, Hubert Porten, H.-Dieter Brandenburg, Hartmut Even, Gerd Kensy, Karl-Heinz Mrezar, Fredy Lewandowski, Norbert Kohlwey.
1964 war der Abstieg unserer Mannschaft aus der Bezirksklasse leider nicht zu vermeiden. Um so erfreulicher war die Tatsache, daß diese Mannschaft trotz fehlender Trainingsmöglichkeiten in einer geeigneten Gladbecker Sporthalle den Aufstieg in die Hallenklasse A schaffte. Zu dieser Zeit stand die Abteilung unter der Leitung von Robert Pietrowski, der sich bereits 1958 vor Franz Schumacher übergangsweise für diesen Posten zur Verfügung gestellt hatte. Zu den aktiven Handballspielern, die kurzfristig die Abteilung betreuten, gehörten auch Wolf-Dieter Oles, Franz Meinert und Udo Oberlack. 1965 löste lngo Mihsler Robert Pietrowski als Verantwortlicher für die Handballer ab. Unter seiner Leitung wurden erste Kontakte zu unserem westlichen Nachbarn Holland geknüpft. Unsere Mannschaft wurde mehrfach zu Spielen noch Brummen und Utrecht eingeladen. Erfreulicherweise wurden die im Jahre 1961 durch den Berliner Mauerbau unterbrochenen Beziehungen zur BSG Chemie Piesteritz noch einmal aufgenommen. Im Jahre 1969 fuhren wir mit 18 Spielern zu einem Freundschaftsspiel nach Wittenberg und anschließend zum 5. Deutschen Turn- und Sportfest nach Leipzig. Das vom Stadtsportbund Gladbeck anläßlich der Einweihung der neuen Sporthalle am Nordpark veranstaltete Handballturnier gewann unser Team durch einen 13:2 Endspielsieg über Germania Gladbeck. Da Ingo Mihsler auf Grund seiner Tätigkeit als Geschäftsführer des Gesamtvereins im Jahre 1971 seinen Posten als Abteilungsleiter zur Verfügung stellte, übernahm der bis dahin als stellvertretender Obmann tätige Heinz-Jürgen Fajs vollverantwortlich die Abteilung. Ihm oblag es, am 21.03.1971 das 1. Wanderpokalturnier des TV Gladbeck in der neuen Sporthalle zu organisieren. 1972 gelang der I. Mannschaft der Aufstieg in die Bezirksliga, in der sie bis 1977 ihre Spiele absolvierte. In diesen Jahren wurden auch freundschaftliche Beziehungen zu den Vereinen RC Revnice (CSSR) und ATV Emmenbrücke-Luzern (Schweiz) aufgenommen. 1976 trat Heinz-Jürgen Fajs als Handballobmann zurück und Hans-Jörg Gründer übernahm nach 12 Jahren wieder das Amt des Abteilungsleiters. 1977 mußten die Handballer nach 5 Jahren den Abstieg aus der Bezirksliga hinnehmen, zwei Jahre später, 1979, folgte sogar der weitere Abstieg in die 1. Kreisklasse. Doch bereits 1 Jahr später erkämpften die Handballer den Wiederaufstieg, gute und langjährige Jugendarbeit machte sich jetzt bezahlt. nach wechselnden Erfolgen in den Jahren 1980-83 in der Kreisliga wurde im Mai 1984 der Aufstieg in die Bezirksliga erreicht. Der Staffel 5 der Bezirksliga gehört die Erste seitdem ununterbrochen mit wechselhaftem Erfolg an. Auch wenn in diesen dreizehn Jahren der Abstieg einige Male nur äußerst knapp verhindert werden konnte, scheinen die letzten Ergebnisse auf einen Aufwärtstrend hinzudeuten. Dies kann man von unserer Zweiten leider nicht behaupten. Nach dem Aufstieg in die Kreisliga 95/96 folgte der direkte Wiederabstieg, allerdings äußerst unglücklich. Nach Öffnung der Mauer 1989 konnten die Kontakte zur BSG Chemie Piesteritz (jetzt SV Grün-Weiß Wittenberg Piesteritz) endlich wieder aufgenommen werden. Im Februar 1990 feierte man in Wittenberg ausgelassen Karneval, der erste Gegenbesuch fand im Mai in Gladbeck statt. Gegenseitige Besuche standen seitdem wieder des öfteren auf der Tagesordnung. Auf der Abteilungsversammlung im Mai 1990 wurde Friedrich Martin Meier, Spieler der Ersten, zum Nachfolger von Hans-Jörg Gründer gewählt. Er führte die Handballer bis zum Jahre 1995 und gab sein Amt dann an Heino Rickmann weiter, der zuvor drei Jahre die Geschicke der Ersten als Trainer geleitet hatte.
I. Mannschaft 1993/94 Rickmann (Tr.) Gera (3) Domke (10) Czipura (11) Söltenfuhs (16) Althoff (4) St. Meier (13) M. Meier(6) Barnbeck (Mass.) Wissing (7) Kläsener (9) Beckedahl (1) Jockenhöfer (14) Hermann (5)
Zwischen 1996 und 1998 übernahm Detlef Hahnenkamp als Spielertrainer die Erste Mannschaft und schaffte in der ersten Saison einen achtbaren 3. Platz in der Bezirksliga. Das folgende Jahr war von Abstiegssorgen bestimmt. Der TV konnte erst im letzten Saisonspiel gegen den TV Datteln den Nichtabstieg verhindern. Nach dem Weggang von Detlef Hahnenkamp gelang die Verpflichtung von Kurt Klaes als neuen Trainer. Mit ihm und vielen neuen Spielern spielte die Erste Mannschaft in der Saison 1998/1999 eine durchwachsene Saison, die von einer Menge Verletzungspech geprägt war. Nach der Rückkehr von Hahnenkamp konnte wiederum bis zur Saison 2002/2003 zweimal der 4. Tabellenplatz erreicht werden. 2003 war auch das Jahr der tiefen Einschnitte bei den Handballern. Michael Lechert übernahm das Amt des Abteilungsleiters. Die Erste wurde nach dem Weggang von Hahnenkamp neu aufgestellt und stieg im Jahr 2004 und 2005 bis in die 1. Kreisklasse ab, wobei man in den jeweils letzten und entscheidenden Spielen Niederlagen kassieren musste. Die folgende Spielzeit erwies sich als recht glücklich: mit der Verpflichtung von Frank Hermann als Trainer der 1. Herren wurde die Jugend verstärkt in den Vordergrund gerückt. Die Mannschaft konnte genau wie bereits 1980 den direkten Wiederaufstieg in die feiern.